DKMS LIFEdreamball 2018

Interview mit Sylvie Meis zum dreamball

By 28. August 2018 No Comments

Seit ihrer eigenen Brustkrebsdiagnose vor neun Jahren engagiert sich Sylvie Meis für das Patientenprogramm von DKMS LIFE und als Schirmherrin des dreamball. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwerwiegend die Nebenwirkungen einer Krebstherapie sind und möchte daher anderen Krebspatientinnen Mut machen. Im Interview spricht sie über ihr Engagement und wie sie es geschafft hat, die Krankheit hinter sich zu lassen.

Warum engagierst Du Dich als Schirmherrin für den dreamball?
Es ist mir ein Herzensbedürfnis andere betroffene Frauen zu unterstützen und Geld für die look good feel better Programme zu sammeln. Wir müssen einfach in schweren Zeiten und wegen dieser Krankheit zusammenhalten, um Kraft und Stärke zu geben.

Was macht den dreamball aus Deiner Sicht so wichtig?
Er ist zum einen wichtig, um noch viel mehr Aufmerksamkeit für das Thema Krebs und die look good feel better Seminare zu generieren. Zum anderen kommen alleine an diesem Abend noch einmal so unheimlich viele Spenden zusammen, um das Programm zu unterstützen.

Warum ist Kosmetik in der Zeit der Krebserkrankung so elementar?
Stellen Sie sich mal vor: Ihnen fallen die Haare aus, die Wimpern, die Augenbrauen, ihr Körper hat unter den gesamten Strapazen der Therapie gelitten und seine Narben davongetragen. Und dann gehen sie auf die Straße und werden angeschaut – wenn nicht sogar angestarrt. Das ist ein schreckliches Gefühl! Die Seminare und das Make-up geben den betroffenen Frauen nicht nur ihre Lebensfreude zurück, sondern auch Selbstbewusstsein, Stärke und Mut. In einer Situation wo man sowieso schon so unheimlich verletzbar ist, kann man den Frauen somit die Kraft zurückgeben.

Leben mit Brustkrebs – und der ständigen Angst. Wie kann man sich das vorstellen?
So eine Erfahrung bringt auch eine Kraft mit sich, die man sich vorher gar nicht hätte vorstellen können. Die Angst ist natürlich immer da. Aber auch das Wissen, dass man es überleben kann, macht einen sehr dankbar und bewusst, dass das Leben nicht selbstverständlich ist.

Wie lebst Du heute damit?
Ich bin demütig und unendlich dankbar geworden – für alles im Leben, die Familie, die Freunde. Und man macht sich bewusst, dass man auch die kleinen Dinge im Leben wesentlich mehr schätzen muss. Natürlich lebt man auch wesentlich bewusster. Bleibt Risiken fern, die einem vorher gar nicht so bewusst waren – und hört auf seinen eigenen Körper.

Was möchtest Du Frauen mit der Diagnose Brustkrebs raten?
Jeder muss natürlich seinen eigenen Weg finden, um mit einer solchen Diagnose und Krankheit umzugehen. Jeder Mensch ist anders. Aber ich kann nur raten, die Hoffnung nie aufzugeben und zu kämpfen. Auch Träume und Ziele sind unglaublich wichtig. Sie motivieren einen um jeden Tag sein Bestes zu geben und niemals aufzugeben und immer zu kämpfen. Und man darf sich nicht scheuen, nach Rat und Hilfe zu Fragen. Über seine Ängste sprechen und gemeinsam mit der Familie, Freunden und natürlich den Ärzten einen guten Weg zu finden, die Therapie gut zu überstehen.